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Die praktische Führerscheinausbildung


1. Spielregeln für die praktische Prüfung I
2. Weitere Spielregeln für die praktische Prüfung II

Spielregeln für die praktische Prüfung

Ort und Zeit der Prüfung …

... werden vom Prüfer bestimmt. Die Fahrschule bestellt im Voraus bei der Prüforganisation (TÜV) eine gewisse Menge an so genannten Prüf-Punkten. Ein Punkt steht für eine Viertelstunde. Die Fahrlehrer verteilen dann die prüfungsreifen Kandidaten auf die erhaltenen Punkte. Die Punkte-Bestellung muss, teilweise bis zu drei Wochen im Voraus eingereicht werden.

Der Prüfungstermin kann nicht immer so genau bestimmt werden, wie man sich das als Fahrschüler wünscht. Manchmal wird nicht der beantragte Prüftag, sondern ein Tag früher oder später zugeteilt. Mit anderen Worten: Man kann nicht von heute auf morgen einen Prüftermin bekommen, außer die Fahrschule hat zufällig einen freien Termin übrig.

Start und Ziel …

… ist fast immer der TÜV-Hof, hier beginnt der Prüfer mit dem Prüfen der Parklücke und dann fährt man hinaus in Getümmel!

Prüfungsdauer

(*) direkt, (**) Aufstieg

Kann es trotzdem vorkommen, dass man kürzer fährt?

Offiziell nicht, aber im richtigen Leben, hin und wieder, naja, manchmal, also eventuell schon. Solange sich niemand darüber beschwert und es die Ausnahme bleibt, wird es auch weiterhin Prüfungen geben, in denen jemand nach 20 Minuten den Autoführerschein bestanden hat. Genießen und schweigen ;-).

Sitzverteilung im Fahrzeug

Der Fahrlehrer bleibt bei der Pkw-Fahrprüfung auf seinem Stammplatz rechts vorne, der Prüfer sitzt fast immer rechts hinten, um den Kandidaten und die Instrumente sehen zu können.

Die Fahrstrecke …

... bestimmt der Prüfer nach seinen Vorstellungen. Es stimmt nicht, dass es EINE oder DIE Prüfungsstrecke gibt. Deshalb ist es auch unmöglich, mit dem Fahrlehrer »nur die Prüfungsecken« zu üben, denn davon kann es schließlich endlos viele geben!

Kennt der Prüfer sich nicht aus, lässt er auch schon mal, ausnahmsweise die Fahrstrecke vom Fahrlehrer angeben. In der Motorradprüfung gibt der Fahrlehrer per Funk weiter, wo lang der Prüfer fahren möchte.

Die Fahrtrichtung

Links? Rechts? Geradeaus? Wichtig zu wissen, wo es denn langgehen soll! Prägen Sie sich die folgenden Spielregeln bitte gut ein!

Wenn der Prüfer nichts zur Fahrtrichtung sagt, geradeaus fahren. Aber nur, solange es erlaubt ist.

Bloßnicht in gesperrte Straßen fahren! Selbst wenn man (zufällig) Anlieger ist.

Wo eine bestimmte Fahrtrichtung durch Verkehrszeichen vorgeschrieben wird,muss man das selbstverständlich erkennen und befolgen. Der Prüfer braucht dazu keine Hinweise zu geben.

Ist die Weiterfahrt geradeaus verboten, aber man darf dort sowohl links oder rechts weiterfahren, fragt man nach, in welche Richtung nun abgebogen werden soll.

Wenn der Prüfer eine bestimmte Fahrtrichtung ansagt (»nächste Straße links«, »nächste rechts«), darf man sich darauf verlassen, dass es auch erlaubt ist. Man wird definitiv nicht in gesperrte Straßen geschickt! Es kann auch »zweite Straße...« oder »dritte Straße...« heißen.

Ohren auf: Kommt die Ansage »nächste Möglichkeit links«, muss man selbst herausfinden, wo es die Verkehrszeichen erlauben! Genau auf Verkehrszeichen und Fahrbahnmarkierungen achten! Meistens läuft es auf die zweite Straße hinaus...

Zusammenfassung: Man biegt nur ab, wenn der Prüfer es wünscht, oder wenn die Verkehrszeichen es vorschreiben. Es ist extrem wichtig, vorausschauend zu fahren, damit man die Schilder und den Straßenverlauf rechtzeitg mitbekommt.

Bei allen Problemen, die dabei auftauchen können, kann man den Prüfer fragen (z.B. bevor man an einer »schiefen« Straßenkreuzung lange herumrätselt, welches die Hauptrichtung ist).

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Weiter Spielregeln für bestimmte Situationen

Normalerweise läuft es so:


In Sackgassen fährt man eigentlich nicht hinein. Da es aber auch nicht ausdrücklich verboten ist, kann man deswegen nicht durchfallen. Vielleicht will der Prüfer auch ausgerechnet in die Sackgasse hinein, um mit Ihnen dort umzukehren. Kein Problem, im Zweifel kurz fragen, er merkt dann ja, dass man aufgepasst hat!

Wer sich auf einer abknickenden Vorfahrtstraße befindet, soll ihrem Verlauf weiter selbstständig folgen (Blinken nicht vergessen!). Es kann auch hier kein Grund zum Durchfallen sein, wenn man aus Versehen die Vorfahrtstraße verlässt.

Auf der Autobahn solange weiterfahren,
bis der Prüfer die Ausfahrt ankündigt. Man will dem Kandidat damit die Gelegenheit geben, auf Tempo zu kommen.

Wer also versehentlich in eine unerwünschte Fahrtrichtung fährt, aber dabei nicht gegen die
Straßenverkehrsordnung verstößt, der hat »von außen betrachtet« keinen Fehler gemacht und wird allein deshalb auch nicht durchfallen. Nobody is perfect, aber es sollte nicht gehäuft vorkommen.

In eine Falle wird der Prüfer Dich nicht schicken!

„Die nächste Möglichkeit links, bitte!“ ist keine Falle, sondern eine klare Anweisung.

1. Sagt dies aus, dass die nächste, oder übernächste Straße wohl gesperrt ist
2. dass gleich ganz bestimmt eine Straße kommt, in die man einbiegen kann. Also orbereiten!

Der Fahrstil und die Geschwindigkeit

Es ist fast unmöglich, den richtigen Fahrstil mit wenigen Worten zu beschreiben. Fahren Sie so, wie es Ihr Fahrlehrer empfiehlt. Er gibt Ihnen individuelle Tipps zu Ihrem persönlichen Fahrstil.

Beispiel: Einen Schüler, der ständig zum Rasen neigt, muss man zum "ruhigeren" Fahren auffordern. Einen anderen Schüler, der eher "herumschleicht" und ständig anhält, obwohl er Vorfahrt hat, ermuntert man zu einer "temperamentvolleren" Fahrweise. Das ist kein Widerspruch!

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit darf nicht überschritten werden (bei kurzen, unwesentlichen Überschreitungen wird ein Auge zugedrückt). Es ist günstig, im Verkehr "mitzuschwimmen", natürlich nur solange das zur Verkehrssituation passt. Wenn also 50 km/h gefahrlos möglich und erlaubt sind, zockelt man nicht mit 38 Komma fünf vorneweg.

An übersichtlichen Stellen, wo man eindeutig Vorfahrt hat,
zögert man nicht unnötig herum.

Zitat aus der Prüfungsrichtlinie: »Eine übertrieben langsame Fahrweise ist unzulässig«.
Also keine Schauspielerei anfangen, nur weil der Prüfer mitfährt!

Jetzt kommt wiederum die Bremse: Viele Mätzchen, die sich Autofahrer mit der Zeit angewöhnen, entsprechen nicht der StVO und dürfen nicht kopiert werden. Also fahren Sie während der Prüfung Ihr Ding, orientieren Sie sich nicht an den Anderen – es ist oft falsch!

Fazit: Neben allen anderen positiven Attributen (defensiv, rücksichtsvoll, aufmerksam, vorausschauend etc.) lässt sich der Fahrstil vielleicht so auf den Punkt bringen:

ZÜGIG fahren wo es möglich ist,
ZURÜCKHALTEND fahren wo es nötig ist.

Und so, wie Sie es zur Prüfungsvorbereitung in den letzten Fahrstunden trainiert haben, präsentieren Sie das auch dem Prüfer. Nicht mehr, nicht weniger. Dann bleibt wirklich kein Grund übrig, weshalb die Prüfung schiefgehen sollte.

Im Endeffekt läuft also alles genauso, wie in der Fahrstunde.
Die Kommandos sind gleich, der Fahrstil und die Geschwindigkeit auch!
Nur der Name der Fahrt ist anders und wir haben einen Mitfahrer!
OK, Start ist nicht an der Fahrschule sondern am TÜV aber das Ziel bleibt das Gleiche,
der Führerschein!

Toi Toi Toi!

 

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