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Informationen zur EU-Führerscheinrichtlinie

 


1. Änderungen bei der Fahrerlaubnisprüfung ab 1.7.2004

2. Praktische Prüfung ab 01.10.2004
3. Neue Anforderungen an Prüfungsfahrzeuge
4. Begleitetes Fahren ab 17 Jahren
5. Die Sage vom teuren Führerschein
6. Klasse A und B gemeinsam in der theoretischen Prüfung ablegen!

 

1. Änderungen bei der Fahrerlaubnisprüfung ab 1.7.2004

1.1. Theoretische Prüfung, zulässige Fehlerpunkte

Bisher waren 9 Fehlerpunkte zulässig, jetzt sind es 10. Dies gilt allerdings nur, wenn nicht 2 Fragen mit der Wertigkeit 5 falsch beantwortet wurden. (Jede Frage hat eine zugeordnete Wertigkeit = Fehlerpunktzahl. Fragen mit besonders wichtigem Inhalt haben die Fehlerpunktzahl 5.) Die Fragen des Grund- und des Zusatzstoffs werden immer gemeinsam ausgewertet.

Beispiel: Prüfung Klasse B (z. B. PKW), Grund- und Zusatzstoff mit 10 Fehlerpunkten, 2 Fragen mit Wertigkeit 3 und Frage mit Wertigkeit 4 falsch, (3 + 3 + 4 = 10 Fehlerpunkte), Ergebnis: bestanden!

Grund- und Zusatzstoff mit 10 Fehlerpunkten, 2 Fragen mit Wertigkeit 5 falsch, (5 + 5 = 10 Fehlerpunkte), Ergebnis: nicht bestanden!

1.2. Praktische Prüfung, nur 2 statt 3 Grundfahraufgaben in Klasse B
(z. B. PKW)

Bisher mussten in der praktischen Prüfung 3 so genannte Grundfahraufgaben vorgeführt werden. Jetzt sind nur noch 2 Grundfahraufgaben erforderlich. Eine Grundfahraufgabe je Gruppe kann ausgewählt werden.

Gruppe 1: Rückwärtsfahren in eine Einfahrt, Einmündung, Kreuzung oder eine Parklücke (Längsaufstellung)

Gruppe 2: Einfahren in eine Parklücke (quer o. schräg), Umkehren oder Abbremsen mit größtmöglicher Verzögerung

1.3. Neue Aufgaben in den LKW- und Buss-Klassen

In den LKW- und Bus-Klassen sind Aufgaben hinzu­gekommen, die im normalen Verkehrsgeschehen häufig sind und deshalb auch im Rahmen der praktischen Prüfung vorgeführt werden sollen.

Klasse C und C1 Rückwärtsfahren und Versetzen nach rechts an eine Rampe zum Be- oder Entladen

Klasse D und D1 Halten zum Ein- oder Aussteigen

Klasse CE und C1E Rückwärtsfahren geradeaus an eine Rampe zum Be- oder Entladen

Klasse CE Rückwärtsfahren und Versetzen nach rechts an eine Rampe zum Be- oder Entladen

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2. Praktische Prüfung ab 01.10.2004

Fahren mit Beladung

Von diesem Zeitpunkt an müssen LKW (Klasse C) einschließlich ihrer Anhänger (Klassen CE und C1E) und die Anhänger (Klassen BE, DIE und DE) bei der Prüfungs­fahrt beladen sein. Für den Beladungszustand sind tatsächliche Mindest-Gesamtmassen vorgeschrieben:

Fahrzeug

Klasse

Tatsächliche
Mindest-Gesamtmasse

Anhänger hinter z.B. PKW

BE

800 kg

LKW

C

10 t

LKW mit Anhänger

CE

15 t

LKW bis 7,5 t mit Anhänger

C1E

800 kg

Anhänger hinter Bus

DE

800 kg

Anhänger hinter Bus

DIE

800 kg

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3. Neue Anforderungen an Prüfungsfahrzeuge

Umsetzung bis 01.10.2013

Alle vom Hersteller eines Prüfungsfahrzeugs lieferbaren Ausstattungen und Systeme sind unter Berücksichtigung der bisherigen Vorschriften für Prüfungsfahrzeuge zulässig. Dies gilt auch für den nachträglichen Einbau gleicher oder ähnlicher Produkte. Die Anforderungen an die Prüfungsfahrzeuge entsprechend nachfolgender Tabelle sind neu und müssen zum oben genannten Termin spätestens erfüllt sein.

Klasse/Fahrzeug

Anforderung an das Prüfungsfahrzeug

BE

Anhänger: tatsächliche Gesamtmasse mind. 800 kg

BE / PKW
mit Anhänger

Zugfahrzeug: Sicht nach hinten nur über Außenspiegel

C / LKW

LKW: Länge mind. 8 m, Breite mind. 2,4 m; tatsächliche Gesamtmasse mind. 10 t; Antiblockiersystem (ABS); Getriebe mit mind. 8 Vorwärtsgängen; EG-Kontrollgerät; Aufbau mind. so hoch/breit wie die Führerkabine

CE / LKW mit Anhänger (Gliederzug)

LKW: mit selbsttätiger Kupplung; Anhänger mit eigener Lenkung oder Starrdeichselanhänger mit Tandem-/ Doppelachse; Antiblockiersystem (ABS); Länge mind. 7,5 m; Breite mind. 2,4 m; Aufbau mind. so hoch/breit wie die Führerkabine
LKW und Anhänger: Länge mind. 14 m, zul. Gesamtmasse mind. 20 t; tatsächliche Gesamtmasse mind. 15 t

CE / LKW mit Anhänger (Sattelzug)

Sattelzugmaschine: Getriebe mit mind. 8 Vorwärtsgängen; EG-Kontrollgerät; Antiblockiersystem (ABS) Sattelanhänger: Aufbau mind. so hoch/breit wie die Führerkabine; Antiblockiersystem
Sattelzugmaschine und Sattelanhänger: Länge/Breite mind. 14 m/2,4 m; zul. Gesamtmasse mind. 20 t; tatsächliche Gesamtmasse mind. 15t

C1 / LKW

LKW: Antiblockiersystem (ABS); EG-Kontrollgerät; Aufbau mind. so hoch/breit wie die Führerkabines

C1 E / LKW mit Anhänger

Anhänger: zul. Gesamtmasse mind. 1.300 kg; tatsächliche Gesamtmasse mind. 800 kg; Aufbau mind. so hoch/breit wie die Führerkabine

D / Bus

Bus: Mindestbreite 2,4 m; Antiblockiersystem (ABS); EG-Kontrollgerät

DE / Bus mit Anhänger

Anhänger: Mindestbreite 2,4 m; zul. Gesamtmasse mind. 1.300 kg; tatsächliche Gesamtmasse mind. 800 kg; Aufbau mind. 2 m hoch/breit

D1 / Bus

Bus: zul. Gesamtmasse mind. 4 t; Antiblockiersystem (ABS); EG-Kontrollgerät

D1E / Bus mit Anhänger

Anhänger: zul. Gesamtmasse mind. 1.300 kg; tatsächliche Gesamtmasse mind. 800 kg; Aufbau mind. 2 m hoch/breit

 

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4. Begleitetes Fahren ab 17

Mangelnde Erfahrung und das deshalb erhöhte Unfallrisiko ist das Kernproblem junger Fahranfänger. Mit der Einführung des „Begleitenden Fahrens ab 17“ sollen junge Fahranfänger die Möglichkeit erhalten, Erfahrung zu sammeln, das hohe Unfallrisiko zu senken um damit die eigene und die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

4.1. Rahmenbedingungen

Folgende Rahmenbedingungen sind für die Teilnahme an dem Modellversuch „B17“ vom Bund vorgegeben:

  • Bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres ist das Fahren nur zusammen mit den namentlich bekannten Begleitpersonen erlaubt.
  • Die Fahrerlaubnis (Prüfungsbescheinigung) gilt nur in Deutschland.
  • Verstöße gegen die Auflagen führen zwingend zum Widerruf der Fahrerlaubnis
  • Da es sich um einen Modellversuch handelt, müssen sich die Jugendlichen und auch die jeweilige Begleitperson damit einverstanden erklären, dass personenbezogene Daten zum Zwecke der wissenschaftlichen Auswertung des Modellversuchs erfasst und an die auswertende Stelle übermittelt werden

4.2. Antragstellung

Die Anmeldung und schriftliche Antragstellung kann in der Fahrschule ab einem Alter von 16 ½ Jahren erfolgen, jedoch nur für die Fahrerlaubnisklassen B / BE (Pkw / Anhänger)

  • Die Einverständniserklärung durch Unterschrift der gesetzlichen Vertreter / Eltern ist notwendig
  • Es muss mindest eine Begleitperson bei Antragstellung namentlich benannt werden, die ihr schriftliches Einverständnis abgibt. Eine Benennung von mehreren Begleitpersonen ist möglich. Die Gebühr für jede Begleitperson beträgt 5,10 € (Überprüfung und Auszug aus dem Verkehrszentralregister)
  • Die Prüfungsbescheinigung gilt bis zu drei Monate nach Vollendung des 18. Lebensjahres als Nachweis der Fahrberechtigung. Um die unbeschränkte Fahrerlaubnis in Form des EU-Kartenführerscheines zu erhalten, muss bis zum Ablauf dieser Frist ein entsprechender Antrag gestellt werden. Die Gebühr dafür beträgt 43,50 €

4.3. Anforderungen an die Begleitperson

  • Mindestalter 30 Jahre
  • Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis der Klasse B seit mindestens 5 Jahren
  • Eine Eintragung im Verkehrszentralregister von maximal 3 Punkten
  • Namentliche Eintragung in die Prüfbescheinigung des Führerscheinbewerbers
  • Seit dem 01.04.2014 eine Eintragung im Fahreignungsregister (Kraftfahrbundesamt) von maximal 1 Punkt

4.4. Mindestalter des Führerscheinbewerbers für Prüfungen

  • Theoretischen Prüfung: frühestens 3 Monate vor dem 17. Lebensjahr
  • Praktischen Prüfung: frühestens 1 Monat vor dem 17. Lebensjahr
  • Aushändigung der Prüfbescheinigung: mit Vollendung des 17. Lebensjahres

4.5. Auflagen / Bedingungen

  • Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres darf nur in Begleitung einer namentlich bekannten (in der Prüfbescheinigung eingetragen) Begleitpersonen gefahren werden.
    Ein Verstoß führt zum sofortigen Widerruf der Fahrerlaubnis sowie zur Anordnung eines Bußgeldes von 150 €. Eine neue Fahrerlaubnis kann frühestens nach 6 Monaten und nach Teilnahme an einem Aufbauseminar erteilt werden
  • Die Prüfungsbescheinigung zum „Begleiteten Fahren“ sowie ein amtliches Ausweisdokument sind mitzuführen. Ein Verstoß führt zu einem Verwarngeld in Höhe von 10 €
  • Weder der Fahrerlaubnisinhaber noch die Begleitperson dürfen eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille oder mehr aufweisen oder unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel stehen.
    Ein Verstoß führt zum sofortigen Widerruf der Fahrerlaubnis sowie zu weiteren Maßnahmen
  • Die eingeschlossenen Fahrerlaubnisklassen M, L und S dürfen auch ohne Begleitperson gefahren werden. Die Prüfbescheinigung sowie ein amtliches Ausweisdokument sind jedoch mitzuführen

4.6. Empfehlungen an junge Fahranfänger

Du hast die große Chance, ein Jahr früher als viele deiner Altersgenossen Autofahren zu dürfen und dadurch in Begleitung mobil zu sein. Gehe verantwortungsvoll damit um:

  • Fahre bis zu deinem 18. Geburtstag nie ohne deine erwachsene Begleitung
  • Fahre nur, wenn du körperlich fit bist, niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder wenn du übermüdet bist
  • Gurte dich immer an
  • Fahre vorausschauend und gehe kein Risiko ein
  • Denke daran, deine Fahrweise dem Wetter und den Straßenbedingungen anzupassen
  • Führe beim Fahren immer deine Prüfungsbescheinigung und deinen Ausweis mit
  • Halte dich unbedingt an die Auflagen, da sonst ein Bußgeld fällig wird und dir der Widerruf der Fahrerlaubnis droht

4.7. Empfehlungen an Begleitpersonen

Als Begleitperson, die in die Prüfungsbescheinigung eingetragen ist, tragen Sie große Verantwortung- Helfen Sie, dass unsere Straßen sicherer werden. Unterstützen Sie die anvertrauten Jugendlichen dabei, sich umsichtig und verantwortungsvoll im Straßenverkehr zu bewegen:

  • >Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Aufgabe als Begleiter, seien Sie aufmerksam während der Fahrt
  • Vermitteln Sie Ruhe und Sicherheit
  • Achten Sie darauf, dass die jungen Fahranfänger körperlich fit sind
  • Begleiten Sie niemals, wenn Sie selber nicht fit sind
  • Beraten Sie die Fahrerin bzw. den Fahrer vor und während der Fahrt, wenn dies gefahrlos möglich ist
  • Greifen Sie niemals selber in die Fahrtätigkeit ein - Sie sind kein „Fahrlehrer" und auch kein „Hilfsfahrlehrer"
  • Weisen Sie den Fahranfänger darauf hin, wenn er andere gefährdet (hohe Geschwindigkeit, dichtes Auffahren, gefährliche Überholmanöver, Rotlichtverstöße, etc.)
  • >Führen Sie als Begleiter immer Ihren Führerschein mit sich
  • >Wenn Sie Halterin oder Halter des Fahrzeugs sind, teilen Sie Ihrer Kraftfahrzeugversicherung mit, dass das Fahrzeug für diesen Modellversuch genutzt wird
  • Obwohl nicht ausdrücklich vorgeschrieben, wird die Teilnahme an einer 90-minütigen Schulung empfohlen

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5. Die Sage vom teuren Führerschein

Durch eindeutige Fakten widerlegt

Immer wieder beklagen sich Fahrschüler oder deren Eltern beim Verband wegen angeblich zu hohen Ausbildungskosten. Dabei gehen Eltern sehr oft von einem Vergleich aus, bei dem sie die Kosten ihrer eigenen Fahrausbildung als Referenzwert nehmen.

5.1. Was kann man dazu sagen?

Die Stuttgarter Nachrichten haben am 12.04.2007 berichtet, dass nach Schätzung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) ein Fahrzeughalter im Laufe seines Autofahrerlebens etwa 316.000 € für seine automobile Freiheit ausgibt. Ein Viertel davon entfällt auf die Spritkosten. In diesem Betrag sind auch die Kosten des Führerscheinerwerbs enthalten.

5.2. Keine hinkenden Vergleiche, bitte!

Will man die heutigen Kosten mit denen vor 50 Jahren vergleichen, genügt es nicht, nur die nackten Zahlen ins Bild zu bringen. Vielmehr muss man die Lebenshaltungskosten und die Arbeitsentgelte jener Zeit berücksichtigen. Im Zusammenhang mit der Fahrausbildung ist es beispielsweise wichtig zu fragen, wie viel kostete damals ein Fahrschulauto? Wie viel musste man für einen Liter Benzin bezahlen? Und wie viel verdiente damals ein Auszubildender? Oder wie hoch war das Durchschnittseinkommen eines Industriearbeiters? Nicht zu vergessen die fiskalischen Belastungen der Fahrschule.

5.3. 2005 im Vergleich zu 1970

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes verdiente im Jahr 1970 ein Angestellter im produzierenden Gewerbe umgerechnet 606 € brutto im Monat. Damals musste ein Fahrschüler durchschnittlich 281 € (oder 550,- DM) für den Führerschein Klasse 3 – heute B – bezahlen. Die Ausbildungskosten betrugen also 46,4 Prozent eines Brutto-Monatsverdienstes. Der Fahrschüler hatte etwa 12 Fahrstunden, war weder außerorts noch bei Nacht und schon gar nicht auf der Autobahn gefahren. Damals hätte dem Fahrlehrer ein Bußgeldverfahren gedroht, wenn er es gewagt hätte, seinen Fahrschüler auf der Autobahn fahren zu lassen. Erst die Reform der StVO von 1971 ermöglichte es, auch auf der Autobahn auszubilden; seit 1976 ist es sogar vorgeschrieben. Die Ausbildung fand größtenteils auf Automatikfahrzeugen statt. Sogar die Prüfungsfahrt wurde damit durchgeführt! Das vereinfacht die Ausbildung stark und würde heute wahrscheinlich bis zu 50 % der Fahrstunden einsparen!

5.4. Dreimal so viele Fahrstunden

Heute hat ein Fahrschüler am Prüfungstag etwa die dreifache Anzahl von Fahrstunden und zahlt für seine Ausbildung im Durchschnitt 1.600 €. Im Jahr 2006 weist das Statistische Bundesamt für den Angestellten im produzierenden Gewerbe ein monatliches Bruttoeinkommen von 3.595 € aus. Ein Angestellter musste im Jahr 2006 also 44,5 % seines Bruttogehalts für den Führerschein aufwenden. Das sind 1,9 Prozentpunkte weniger als 1970. Berücksichtigt man, dass er dafür nicht 12, sondern 34 Fahrstunden bekommen hat, wird klar: Die Ausbildungskosten sind im Vergleich zu damals nicht nur nicht gestiegen, sondern sogar deutlich gesunken. Vergleicht man die Ausbildungskosten mit den TÜV-Gebühren, bleiben die Fahrschulen noch weiter hinten. Im Jahr 1970 kostete die Prüfung Klasse 3 – heute B - einschließlich 11 Prozent MwSt. 18,87 DM, das entspricht 9,65 €. Heute kostet die praktische Prüfung 73,15 €, also rund das Siebeneinhalbfache von damals.

5.5. Magerer Gewinn

Dass die Kraftstoffkosten bei einer Fahrschule ganz erheblich ins Gewicht fallen, leuchtet jedem ein. Bedenkt man, dass im Jahr 1970 ein Liter Superbenzin gerade mal 55 Pfennige kostete, also rund 24 Cent. Von solchen Preisen träumt ein Fahrlehrer heutzutage nicht einmal mehr. Außerdem sind auch die vom Staat ausgehenden Belastungen einer Fahrschule deutlich gestiegen. Von den 1.600 €, die der Fahrschüler zahlt, gehen 304 € als Mehrwertsteuer an den Finanzminister. Weitere 240 € müssen an Einkommen-, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag abgeführt werden. Für Krankenversicherung und Altersvorsorge müssen etwa 290 € abgeführt werden. Der Unterrichtsraum einschließlich der notwendigen Ausstattung schlägt mit rund 100 € zu Buche. Die Kfz-Kosten liegen bei rund 230 €. Die Arbeitsleistung des Fahrlehrers muss ebenfalls vergütet werden, und zwar nicht nur der praktische, sondern auch der theoretische Unterricht. Als Arbeitslohn müssen etwa 420 € angesetzt. Alles in allem stehen den Einnahen von 1.600 € Ausgaben von 1.584 € gegenüber. Als Gewinn bleiben dem Fahrschulunternehmer gerade einmal 16 €. Bei 70 Fahrschülern sind das 1.120 € Gewinn im Jahr. Angesichts des Unternehmerrisikos kein sonderlich verlockender Profit.

 

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6. Klasse A und B gemeinsam in der theoretischen Prüfung ablegen!

Legt man gleichzeitig die theoretische Prüfung für mehrere Führerscheinklassen ab, wird der Grundstoff nur einmal geprüft. Grundstoff und Zusatzstoff werden immer gemeinsam bewertet.

Die theoretische Prüfung

Die theoretische Prüfung für die Klassen A und B z.B. im Ersterwerb sieht demnach folgendermaßen aus:

=> Grundstoff (Ersterwerb) mit 20 Fragen
+ Zusatzstoff Klasse A mit 10 Fragen
+ Zusatzstoff Klasse B mit 10 Fragen

Um die Prüfung zu bestehen, darf die Fehlerzahl aus Grundstoff und Zusatzstoff für die jeweilige Klasse nicht mehr als 10 Fehlerpunkte betragen.
Achtung: Werden allerdings zwei Fragen mit der Wertigkeit 5 falsch beantwortet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Ein Rechenbeispiel:
Ein Fahrschüler hat noch keinen Führerschein und möchte an einem Tag die theoretische Prüfung für die Führerscheinklassen A und B ablegen. Er erhält vom Prüfer den Bogen für den Grundstoff, die klassenspezifischen Fragen der Klasse B und zusätzlich einen Bogen mit den klassenspezifischen Fragen für die Klasse A.

Der Fahrschüler bekommt nach der Prüfung folgendes Ergebnis:

Grundstoff 5 Fehlerpunkte
Zusatzstoff A 7 Fehlerpunkte
Zusatzstoff B 3 Fehlerpunkte

Das führt zu folgenden Konsequenzen:
- Führerscheinklasse A durchgefallen (5+7=12 Fehlerpunkte)
- Führerscheinklasse B bestanden (5+3=8 Fehlerpunkte)

Der Grundstoff wird zwar nur einmal geprüft, das Ergebnis zählt aber für alle Führerscheinklassen (in diesem Fall A und B), die gleichzeitig geprüft werden.
Bei der nächsten Prüfung für die Klasse A wird der Fahrschüler erneut in Grund- und Zusatzstoff geprüft. Er muss also den Bogen für den Grundstoff nochmals ausfüllen, obwohl er in der ersten Prüfung nur 5 Fehlerpunkte hatte.

Der Grundstoffbogen enthält in diesem Fall statt 20 nur 10 Fragen, weil die Klasse B bereits in der ersten Prüfung erworben und bestanden wurde und daher nun als Vorbesitz gilt. Die Klasse A wird in diesem Fall als erweiterte Führerscheinprüfung definiert.

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